Türkische Zeichen und URL-Slugs.
Türkische Zeichen können in der Adresszeile technisch verwendet werden, aber weil sie in der Praxis kodiert unlesbar werden, werden vereinfachte Slugs bevorzugt.
Türkische Zeichen in der Adresszeile zu verwenden ist heute technisch möglich: Browser zeigen sie an, und Suchmaschinen verstehen sie. Aber kopiert und eingefügt wird die Adresse zu einer langen Folge mit Prozentzeichen und unlesbar.
Das betrifft das Teilen direkt: Eine in einer Nachricht oder einem Dokument geteilte Adresse wirkt unverständlich, und manche Systeme brechen kodierte Adressen. Die praktische Folge ist die Vereinfachung der türkischen Zeichen.
Die Vereinfachungsregeln
Die Umwandlung ist nicht so einfach, wie sie aussieht, denn zwei Buchstaben verlangen besondere Aufmerksamkeit.
- ç → c, ğ → g, ş → s, ü → u, ö → o — die geraden Entsprechungen.
- ı → i und i → i — das punktierte und das punktlose i des Türkischen fallen in einen Buchstaben zusammen.
- İ → i — das große punktierte I wird zum kleinen punktierten i.
- I → i — auch das große punktlose I wird zum kleinen punktierten i. Außerhalb des Türkischen wäre das falsch.
- Leerzeichen → Bindestrich — nicht der Unterstrich; der Bindestrich zählt als Worttrenner.
- Interpunktion wird gelöscht — die eine Ausnahme ist der Bindestrich.
Der zweite und der vierte Punkt sind die türkischspezifische Falle: Die Standard-Groß-klein-Umwandlung der meisten Programmiersprachen kennt die türkischen Regeln nicht und macht aus dem großen I ein punktiertes i — was im Türkischen falsch ist. Beim Vereinfachen muss eine sprachbewusste Umwandlung verwendet werden.
Dieselbe Falle steckt auch im Sortieren: Wird alphabetisch nicht nach dem türkischen Alphabet sortiert, fallen Buchstaben wie ç, ğ und ş an die falsche Stelle. Auf Seiten mit alphabetischen Listen, etwa einem Glossar, erzeugt das einen sichtbaren Mangel.
Der Slug muss dauerhaft sein
Einen Slug nach der Veröffentlichung zu ändern erzeugt eine Schuld: Die alte Adresse ist irgendwo festgehalten, und diese Adresse funktioniert nicht mehr. Selbst mit eingerichteter Weiterleitung gibt es einen Verlust, und die Kette wächst mit der Zeit.
Die Slug-Entscheidung sollte deshalb VOR der Veröffentlichung fallen und so dauerhaft wie möglich gewählt werden. Eine praktische Regel: Der Slug soll sagen, was der Inhalt ist, nicht, wann er geschrieben wurde — Slugs mit Datum veralten, wenn der Inhalt aktualisiert wird.
Die zweite Regel: Der Slug sei kurz und einthemig. Lange Slugs werden weder gelesen noch überstehen sie Umbruchstellen. Drei bis fünf Wörter sind ein praktischer Bereich.
Der Slug soll sagen, was der Inhalt ist, nicht, wann er geschrieben wurde.
Die Umwandlung automatisieren
Wird die Slug-Erzeugung von Hand gemacht, ist Inkonsistenz unvermeidlich: auf einer Seite der Bindestrich, auf der anderen der Unterstrich; hier Großbuchstaben, dort kleine. Die dauerhafte Lösung ist, die Umwandlung an eine Funktion zu binden und jeden Slug durch sie zu führen.
Die Funktion muss Türkisch können, und das leisten die Standardwerkzeuge nicht. Die Standard-Kleinschreibfunktion der meisten Sprachen wendet die türkischen Regeln nicht an — sie macht aus dem großen punktlosen I ein punktiertes i, was im Türkischen falsch ist. Es braucht eine sprachbewusste Umwandlung oder eine von Hand geschriebene Zuordnungstabelle.
- Durch eine einzige Funktion führen — jeder Slug entstehe nach denselben Regeln.
- Die türkische Buchstabenzuordnung von Hand definieren — der Standardumwandlung nicht vertrauen.
- Der Trenner sei der Bindestrich — der Unterstrich zählt nicht als Worttrenner.
- Kleinschreiben — Adressen können groß-klein-empfindlich sein.
- Aufeinanderfolgende Bindestriche zusammenfassen — beim Löschen der Interpunktion können Doppelstriche entstehen.
- Bindestriche am Anfang und Ende kappen.
Auf dieser Website werden die Slugs in den Inhaltsdateien von Hand geschrieben, aber ihr Format ist einheitlich: klein, bindestrichgetrennt, türkische Zeichen vereinfacht. Die Regeln stehen im Inhaltsvertrag, und jede neue Datei folgt ihnen.
Und eine Dauerhaftigkeitsregel: Ein veröffentlichter Slug wird nicht geändert. Muss er sich ändern, wird von der alten Adresse zur neuen eine Weiterleitung eingerichtet, und diese Weiterleitung ist dauerhaft — denn die alte Adresse bleibt irgendwo festgehalten, und diese Aufzeichnungen werden nie bereinigt.
Internationalisierte Domainnamen
Die Entscheidung der Slug-Seite begegnet uns auch auf der Domainseite: Können im Domainnamen selbst türkische Zeichen verwendet werden? Technisch ja — internationalisierte Domainnamen machen es möglich.
Aber dasselbe Lesbarkeitsproblem ist hier härter: Kodiert wird die Domain zu einer bedeutungslosen Zeichenfolge und macht in E-Mail-Adressen, Druckmaterial und mündlicher Weitergabe Schwierigkeiten. „Punkt com“ zu sagen ist leicht; eine kodierte Domain am Telefon zu beschreiben nicht.
Dazu kommt eine Sicherheitsdimension: In verschiedenen Alphabeten ähnlich aussehende Zeichen können genutzt werden, um Imitationsdomains zu erzeugen. Browser zeigen deshalb in manchen Fällen die kodierte Form, und die Domain wirkt für den Nutzer bedeutungslos.
Der praktische Rat: Verwenden Sie im Domainnamen keine türkischen Zeichen. Eine vereinfachte Domain funktioniert überall, liest sich überall und sieht überall gleich aus. Auch der Domainname dieser Website ist so.
Eine Grenze zum Schluss: Die Vereinfachung erzeugt Informationsverlust, und das ist ein akzeptierter Kompromiss. „Şişli“ und „sisli“ sehen im Slug gleich aus und sind nicht zu unterscheiden. Ein seltener Fall, aber wo eine Kollision möglich ist, sollte der Slug von Hand auseinandergehalten werden — der automatischen Umwandlung ist nicht blind zu vertrauen.
Noch eine Regel: Die Slug-Erzeugung sollte einmal geschehen und in die Inhaltsdatei geschrieben werden, nicht bei jedem Rendern neu berechnet. Ändert sich die Umwandlungsfunktion eines Tages — wird eine Buchstabenzuordnung korrigiert —, ändern sich auch die neu berechneten Slugs, und alle Adressen brechen.
Wird der Slug einmal erzeugt und fixiert, verschwindet dieses Risiko: Selbst wenn sich die Funktion ändert, ändern sich die veröffentlichten Adressen nicht. Auf dieser Website stehen die Slugs von Hand in den Inhaltsdateien und gelten als unveränderlich.
Eine Praxis zum Schluss: Bei der Slug-Entscheidung sollte gefragt werden, ob dieser Slug ein Jahr später noch richtig sein wird. Wird der Inhalt neu geschrieben, die Leistung umbenannt oder der Umfang erweitert, veraltet der Slug — und ein veralteter Slug heißt, mit einer Weiterleitungsschuld zu leben.
Eine letzte Kontrolle: Alle veröffentlichten Slugs sollten einmal durchsucht und ihre Formatkonsistenz verifiziert werden. Enthält ein Slug Großbuchstaben, einen Unterstrich, einen Doppelbindestrich oder ein kodiertes Zeichen, wurde er vermutlich von Hand geschrieben und lief nie durch die Umwandlung. Die Durchsicht braucht ein paar Skriptzeilen und deckt die ganze Website auf einmal ab.