Was ist x-default.
x-default ist ein besonderer hreflang-Wert, der die Standardseite angibt, die gezeigt wird, wenn keine Sprachversion zur Sprache des Nutzers passt.
Stellen Sie sich eine dreisprachige Website vor: Türkisch, Englisch und Deutsch. Sucht ein französischsprachiger Nutzer, welche Version soll gezeigt werden? Der Satz beantwortet diese Frage nicht, denn Französisch ist nicht im Satz. x-default füllt genau diese Lücke.
Der Wert gibt keine Sprache an, sondern eine Rolle: „Passt keine, zeige diese.“ Er zeigt also auf eine der Seiten des Satzes, und diese Seite trägt ihre eigene Sprachangabe weiterhin zusätzlich.
Welche Seite gewählt werden sollte
Die Wahl ist eine Strategieentscheidung, und es gibt drei verbreitete Ansätze.
- Die Sprache mit der größten Reichweite — meist Englisch. Die höchste Wahrscheinlichkeit, international verstanden zu werden.
- Die Sprache des Hauptmarkts — die Sprache des Kernpublikums der Website. Sinnvoll bei lokal ausgerichteten Geschäften.
- Eine Sprachwahlseite — eine eigene Seite, die den Nutzer wählen lässt. Verbreitet auf großen multinationalen Websites.
Die dritte Option ist theoretisch die neutralste, fügt aber praktisch eine Reibungsschicht hinzu: Der Nutzer landet nicht auf dem gesuchten Inhalt, sondern auf einem Auswahlbildschirm. Auf kleinen und mittleren Websites ist die richtige Wahl meist eine der ersten zwei.
Auf dieser Website zeigt x-default auf die türkische Wurzel. Die Begründung ist eine Marktentscheidung: Das Zielpublikum ist türkeizentriert, und die englische Version ist ein Zweitkanal. Die Entscheidung ist kein Standard, sondern eine bewusste Wahl.
Ist es Pflicht
Nein, x-default ist optional. Fehlt es, entscheidet die Suchmaschine selbst und trifft meist eine vernünftige Wahl. Aber zwischen „meist vernünftig“ und „von Ihnen gewählt“ liegt ein Unterschied, und dieser Unterschied betrifft jeden Nutzer, der eine nicht im Satz vorhandene Sprache spricht.
Dazu ein praktischer Nutzen: x-default anzugeben klärt beim Definieren des Satzes, welche Seite das Zentrum ist. Die Teamdebatte „welche ist die Hauptversion“ wird mit diesem Wert einmal gelöst.
Auf dieser Website trägt jede Seite vier Verknüpfungen — drei Sprachen und x-default — und die Prüfsuite misst bei jedem Lauf, dass alle vier an ihrem Platz sind. In der Sitemap wird dieselbe Verknüpfung wiederholt.
Verbreitete Missverständnisse
Der Wert ist einfach, wird aber an drei Punkten oft missverstanden, und alle drei können den Satz brechen.
Erstens: x-default ist keine Sprache, sondern eine Rolle. Die Seite, auf die es zeigt, trägt ihre eigene Sprachangabe deshalb WEITERHIN. Eine Seite kann zugleich „die türkische Version“ und „der Standard“ sein, und beide Verknüpfungen werden geschrieben.
Zweitens: Es kann nicht mehrere x-default geben. Pro Satz gibt es einen einzigen Standard; zwei verschiedene Seiten zum Standard zu erklären erzeugt einen Widerspruch, und die Angabe gilt als ungültig.
Drittens: x-default ist keine Weiterleitungsanweisung. Es sagt der Suchmaschine, welche Seite zu zeigen ist; dem Browser des Nutzers sagt es nichts. Es ist kein Grund, automatische Weiterleitung einzubauen — im Gegenteil: Ein richtig aufgebautes x-default beseitigt den Bedarf an automatischer Weiterleitung.
- Keine Sprache, sondern eine Rolle — die bezeichnete Seite gibt auch die eigene Sprache an.
- Eines pro Satz — zwei Standards erzeugen einen Widerspruch.
- Keine Weiterleitungsanweisung — es richtet sich nur an die Suchmaschine.
- Optional — fehlt es, entscheidet die Maschine selbst.
- Es kann eine Sprachwahlseite sein — aber das fügt Reibung hinzu; auf kleinen Websites meist unnötig.
Der praktische Wert des dritten Punkts ist groß: Ein richtiges x-default ist die technische Antwort auf die Sorge „wir müssen den Nutzer zur richtigen Sprache schicken“. Die Suchmaschine zeigt ohnehin die passende Version; im Browser zusätzlich eine Weiterleitung einzubauen ist unnötig und schädlich zugleich.
Wenn der Satz wächst
Auf einer zwei- oder dreisprachigen Website ist die x-default-Wahl leicht. Wächst der Satz — fünf, sieben, zehn Sprachen — wird die Frage härter, denn keine Sprache ist ein offensichtlicher Standardkandidat.
In diesem Maßstab treten zwei Ansätze hervor. Der erste: weiterhin die Sprache mit der größten Reichweite wählen — meist Englisch — und akzeptieren, dass das für einen Nutzer ohne diese Sprache nicht ideal, aber am wenigsten schlecht ist.
Der zweite: eine Sprachwahlseite bauen — der Nutzer sagt selbst, welche Sprache er will. Das fügt Reibung hinzu, aber auf einer zehnsprachigen Website kann diese Reibung weniger stören als in der falschen Sprache zu landen.
Die zwei von diesem Studio betreuten B2B-Websites sind in je sieben Sprachen, und auf beiden gilt dasselbe Prinzip: Der Satz ist vollständig, oder gar nicht. Auch die x-default-Entscheidung fällt in diesem Rahmen — existiert eine Seite in sieben Sprachen, geben alle sieben einander an, und der Standard ist einer.
Und eine Maßstabsnotiz: Mit der Sprachzahl wächst auch die Zahl der Verknüpfungen jeder Seite. Auf einer siebensprachigen Website trägt jede Seite acht Verknüpfungen, und in der Sitemap heißt das acht Alternativzeilen pro URL. Die Datei wächst schnell und wird von Hand unhandhabbar — der Generator wird zur Notwendigkeit.
Eine letzte praktische Notiz: Die x-default-Entscheidung sollte einmal getroffen und dokumentiert werden. Die Teamdebatte „welche ist die Hauptversion“ wird mit diesem Wert gelöst, und steht die Begründung nicht schriftlich, öffnet sie sich ein Jahr später erneut. Die Begründung verdient die Aufzeichnung so sehr wie die Entscheidung selbst — besonders, warum die gewählte Sprache gewählt wurde.
Ein Umsetzungsdetail: Die x-default-Angabe sollte auf Seitenebene und in der Sitemap wiederholt werden. An zwei Orten anzugeben wirkt überflüssig, bietet aber eine Absicherung — ein Fehler auf Seitenebene kann von der Karte kompensiert werden.
Auf dieser Website trägt jede Seite ihren eigenen Verknüpfungssatz, und in der Sitemap wird derselbe Satz wiederholt. Eine in drei Sprachen existierende URL bekommt vier Verknüpfungen, eine nur-türkische zwei; die Summe ist die Summe dieser zwei Produkte. x-default ist in beiden vorhanden: Selbst die Seite mit einer einzigen Version muss sagen „passt nichts anderes, dann hierher“.
Und eine Prüfnotiz: Dass x-default auf die richtige Seite zeigt, sollte von Hand kontrolliert werden. Automatische Werkzeuge prüfen das VORHANDENSEIN der Angabe, nicht, ob sie die RICHTIGE Seite zeigt. Das ist eine Strategieentscheidung, und nur ein Mensch kann sie verifizieren.
Eine Erinnerung zum Schluss: Dieser Wert wirkt wie ein kleines Detail, und das ist er — aber klein zu sein heißt nicht, unnötig zu sein. Er betrifft jeden Nutzer jeder nicht im Satz vorhandenen Sprache, und seine Kosten sind eine einzige Zeile.
Eine letzte Umsetzungsnotiz: Wird diese Angabe auf Seitenebene und in der Sitemap gemeinsam gemacht, entsteht eine Absicherung — der Fehler im einen kann vom anderen kompensiert werden. Auf dieser Website werden beide aus derselben Routenkarte erzeugt und können deshalb nicht auseinanderlaufen.