gzip oder Brotli.
Brotli liefert bei Textdateien typischerweise 15–20 Prozent kleinere Ausgaben als gzip, kostet beim Komprimieren aber mehr.
HTTP-Kompression heißt: Der Server verkleinert eine Datei vor dem Senden, der Browser packt sie wieder aus. Bei Textdateien ist der Gewinn groß, weil HTML, CSS und JavaScript viel Wiederholung enthalten — und genau Wiederholung beseitigen Kompressionsalgorithmen.
Woher der Unterschied kommt
Brotli nutzt ein größeres Verlaufsfenster als gzip und ein eingebautes Wörterbuch häufiger Zeichenfolgen aus dem Web. Das Wörterbuch hilft vor allem bei kleinen Dateien: In einer CSS-Datei von wenigen Kilobyte findet gzip zu wenig Wiederholung zum Lernen, während Brotli auf ein fertiges Wörterbuch zurückgreift.
Der Aufwand ist Rechenzeit. Die höchste Brotli-Stufe kostet ein Vielfaches von gzip, und bei einem Server, der bei jeder Anfrage zur Laufzeit komprimiert, schlägt sich das in der Zeit bis zum ersten Byte nieder. Die Lösung ist, Dateien vorab zu komprimieren: Auf einer statischen Website fällt der Aufwand einmal beim Build an. Was die Zeit bis zum ersten Byte ist steht getrennt geschrieben.
Die Entscheidung in der Praxis
Das ist eine Konfiguration, keine Wahl. Der Server bietet beide Kodierungen an, der Browser meldet über den Accept-Encoding-Header, was er unterstützt, und der Server nimmt die beste. Bei den meisten modernen Hosting-Anbietern sind beide standardmäßig aktiv.
Die eigentliche Entscheidung liegt woanders: was komprimiert wird. Ein bereits komprimiertes Bild erneut zu komprimieren bringt keinen Gewinn und verbrennt Rechenzeit. Die richtige Liste sind die Texttypen — HTML, CSS, JavaScript, SVG, JSON, reiner Text. Die Definition des Begriffs und die Cache-Politik sind getrennt beschrieben.
Kriterium
- Browserunterstützung — gzip: Universell — seit HTTP/1.1 · Brotli: Alle modernen Browser; auf sehr alten Clients nicht vorhanden
- Größe bei Textdateien — gzip: Ausgangswert · Brotli: Typischerweise 15–20 % kleiner
- Kompressionsaufwand — gzip: Gering · Brotli: Bei hohen Stufen deutlich höher
- Statische Vorkomprimierung — gzip: Unterstützt · Brotli: Unterstützt — hier gehört die höchste Stufe hin, der Aufwand fällt einmal an
- Kompression zur Laufzeit — gzip: Günstig · Brotli: Bei hoher Stufe teuer; Server nutzen eine mittlere Einstellung
- Gewinn bei Binärdateien — gzip: Verschwindend gering · Brotli: Verschwindend gering — Bilder und Video sind bereits komprimiert
- Aushandlung — gzip: Accept-Encoding: gzip · Brotli: Accept-Encoding: br — der Server bietet beides an, der Client wählt
HÄUFIGE FRAGEN
Welches soll ich wählen?
Beide. Der Server bietet beides an, und der Client nimmt, was er unterstützt; ein Browser mit Brotli bekommt Brotli, einer ohne fällt auf gzip zurück. Die Wahl ist eine Reihenfolge, kein Ausschluss.
Lohnt es sich, Bilder zu komprimieren?
Nein. AVIF, WebP, JPEG und PNG sind bereits komprimierte Formate; zusätzliche HTTP-Kompression verringert die Größe kaum und kostet Rechenzeit.
Wie viel Gewinn ist zu erwarten?
Bei textlastigen Dateien ist der Gewinn groß, das Verhältnis hängt aber vom Inhalt ab. Das Haupt-Stylesheet dieser Website misst im Quelltext 67.400 Byte und komprimiert 12.415 Byte — weniger als ein Fünftel.