hreflang oder canonical.
hreflang meldet die Sprachfassungen einer Seite, canonical wählt die bevorzugte Adresse desselben Inhalts; die beiden sind keine Konkurrenten, und keines ersetzt das andere.
Die beiden Angaben werden oft verwechselt, weil beide sagen: „Zu dieser Seite gibt es eine weitere Adresse.“ Was sie aussagen, ist jedoch entgegengesetzt: hreflang bildet einen Satz unter Gleichrangigen, canonical erklärt eine Bevorzugung und scheidet die übrigen aus.
Warum sie zusammenarbeiten
Auf einer mehrsprachigen Website ist jede Sprachfassung eine eigene Seite: anderer Text, anderes Publikum, andere Suchanfragen. Sie sind keine Kopien. Deshalb zeigt jede kanonisch auf SICH SELBST — „meine bevorzugte Adresse bin ich“ — und meldet zusätzlich über den hreflang-Satz ihre Geschwister.
Beide Angaben sind gleichzeitig wahr und stören einander nicht. Der Bruch beginnt erst, wenn eine kanonisch auf die andere zeigt: In diesem Moment hält die Suchmaschine beide Seiten für Kopien, scheidet eine aus, und sämtliche Anfragen der ausgeschiedenen Sprache verschwinden. Die vollständige Fehlerliste steht getrennt geschrieben.
Wofür canonical eigentlich da ist
Eine kanonische Adresse ist vor allem für Fälle gedacht, in denen derselbe Inhalt über verschiedene Adressen erreichbar ist: Formen mit und ohne Schrägstrich am Ende, Varianten mit Query-String, Druckfassungen. Das sind tatsächlich Kopien, und eine davon auszuwählen ist richtig.
Sprachfassungen fallen nicht unter diese Definition. Zwei Seiten, die dasselbe Produkt in zwei Sprachen beschreiben, sind nicht zwei Adressen desselben Inhalts, sondern zwei eigenständige Inhalte. Die Definition der kanonischen Adresse und die Definition von hreflang stehen getrennt geschrieben.
Wie es auf dieser Website gelöst ist
Jede erzeugte Seite zeigt kanonisch auf sich selbst, und das wird durch Messung bestätigt — keine einzige Seite weicht ab. Der hreflang-Satz richtet sich danach, in wie vielen Sprachen es die Seite tatsächlich gibt: Eine in drei Sprachen vorhandene Seite trägt vier Verweise, eine nur türkische zwei. Im zweiten Fall ist der Satz nicht unwahr, sondern vollständig — denn hreflang kann keine Übersetzung melden, die es nicht gibt.
Kriterium
- Was es aussagt — hreflang: „Von dieser Seite gibt es Fassungen in diesen Sprachen“ · canonical: „Dies ist die bevorzugte Adresse für diesen Inhalt“
- Verhältnis der Seiten — hreflang: Gleichrangig — keine ist die Kopie einer anderen · canonical: Hierarchisch — eine wird bevorzugt, die andere ausgeschieden
- Wirkung auf den Index — hreflang: Alle kommen in den Index, gezeigt wird die richtige Sprache · canonical: Nur die bevorzugte Adresse kommt in den Index
- Wechselseitigkeit — hreflang: Erforderlich — eine einseitige Angabe wird ignoriert · canonical: Nicht erforderlich — sie ist einseitig
- Selbstreferenz — hreflang: Der Satz muss sich selbst enthalten · canonical: Jede Seite kann und soll kanonisch auf sich selbst zeigen
- Gemeinsame Nutzung — hreflang: Jede Sprachfassung zeigt kanonisch auf SICH SELBST · canonical: Sprachfassungen zeigen NICHT kanonisch aufeinander
- Häufigster Fehler — hreflang: Die Wechselseitigkeit bricht · canonical: Übersetzungen zu Kopien voneinander erklären
HÄUFIGE FRAGEN
Sollen Übersetzungen kanonisch aufeinander zeigen?
Nein, auf keinen Fall. Das ist der zerstörerischste mehrsprachige Fehler: Die Übersetzungen werden zu Kopien voneinander erklärt, nur eine kommt in den Index, und die übrigen Sprachen verschwinden aus der Suche. Jede Sprachfassung zeigt kanonisch auf sich selbst.
Entsteht ein Widerspruch, wenn man beides nutzt?
Nein, im Gegenteil — genau so ist es richtig. Jede Seite zeigt kanonisch auf sich selbst und meldet zugleich über den hreflang-Satz die anderen Sprachen. Ein Widerspruch entsteht erst, wenn eine Seite kanonisch auf eine andere Sprache zeigt.
Geht eine mehrsprachige Website ohne hreflang?
Ja, aber dann rät die Suchmaschine, welche Fassung sie wem zeigt. hreflang macht aus diesem Raten eine Angabe; das Risiko, eine Seite in der falschen Sprache auszuspielen, sinkt deutlich.