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Barrierefreier Name.

Der barrierefreie Name ist der von Hilfstechnik vorgelesene Name eines Bedienelements und kann sich vom Text auf dem Bildschirm unterscheiden.

Jedes interaktive Element muss einen barrierefreien Namen haben; fehlt er, nennt der Screenreader nur die Rolle. Die Nutzerin hört „Schaltfläche“ und erfährt nie, was diese Schaltfläche tut. Das ist der häufigste Mangel bei Schaltflächen, die ein Symbol, aber keinen Text tragen.

Der Name kann aus mehreren Quellen stammen, und der Browser wertet sie in einer festen Reihenfolge aus. Grob: eine ausdrücklich gesetzte ARIA-Beschriftung, dann ein ARIA-Verweis auf ein anderes Element, dann eine native Beschriftungsbeziehung, dann der eigene Textinhalt des Elements, zuletzt Alternativtext oder das title-Attribut.

Diese Rangfolge ist die Quelle des häufigsten Fehlers: Erhält ein Element sichtbaren Text und zugleich eine ARIA-Beschriftung, gewinnt ARIA, und der sichtbare Text verschwindet lautlos. Eine Schaltfläche, auf der „Senden“ steht, wird als „Formular übermitteln“ vorgelesen, wenn das ihre ARIA-Beschriftung ist.

  1. Laufen sichtbarer Text und vorgelesener Name auseinander, kann eine Person mit Sprachsteuerung das Element nicht auslösen — sie spricht das Sichtbare aus, das System erkennt es nicht.
  2. WCAG 2.5.3 „Beschriftung im Namen“ regelt genau das und steht auf Stufe A: Der barrierefreie Name MUSS die sichtbare Beschriftung ENTHALTEN.
  3. Das title-Attribut ist die letzte Wahl; auf Touch-Geräten ist es nie sichtbar und als Namensquelle unzuverlässig.
  4. Eine leere ARIA-Beschriftung lässt das Element namenlos — schlechter, als gar keine zu vergeben.

Die praktische Regel lautet: Versuchen Sie zuerst, den Namen über den eigenen Textinhalt des Elements zu vergeben; ist das nicht möglich — wie bei Symbolschaltflächen —, verwenden Sie eine ARIA-Beschriftung und stellen Sie sicher, dass sie mit dem sichtbaren Text beginnt, sofern es einen gibt.

Geprüft wird das im Barrierefreiheitsbaum: Man liest dort den Namen jedes interaktiven Elements und fragt „sagt dieser Name, was das Element tut?“. Jedes namenlose oder sinnlos benannte Element ist ein Mangel.

Der barrierefreie Name hat ein Geschwister: die barrierefreie Beschreibung. Der Name sagt, was das Element ist, die Beschreibung trägt zusätzlichen Kontext — das erwartete Format eines Formularfelds oder eine Fehlermeldung. Der Screenreader liest zuerst den Namen, dann die Rolle, dann die Beschreibung.

Beide zu verwechseln erzeugt einen verbreiteten Mangel: einen langen Hilfetext als Namen zu vergeben. Die Nutzerin hört diesen langen Text jedes Mal von vorn, wenn sie das Element erreicht. Der Name gehört kurz und unterscheidend; die Einzelheit gehört in die Beschreibung.

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