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Textexpansion.

Textexpansion bedeutet, dass derselbe Inhalt in verschiedenen Sprachen unterschiedlich lang ist und das Layout entsprechend nachgeben muss.

Das ist das greifbarste technische Problem mehrsprachigen Entwurfs. Deutsch erzeugt durch seine Zusammensetzungen lange, nicht trennbare Wörter; Chinesisch und Japanisch werden dagegen deutlich kürzer.

  1. Deutsch — dehnt sich deutlich; zusammengesetzte Wörter lassen sich nicht trennen.
  2. Französisch und Spanisch — dehnen sich mittelstark.
  3. Türkisch — nahe am Englischen; Suffixe verlängern, ein Kompositum-Problem gibt es nicht.
  4. Chinesisch und Japanisch — verkürzen sich; die Zeichenhöhe ist jedoch eine andere.
  5. Arabisch — mittelstark; das eigentliche Thema ist nicht die Länge, sondern die Richtung.

Im Entwurf zeigt sich das Problem an drei Stellen: Überschriften laufen über mehr Zeilen als erwartet, Schaltflächenbeschriftungen passen nicht in ihre Kästen, Tabellenspalten laufen über. Keines der drei tritt in einem einsprachig getesteten Entwurf auf.

Die Lösungen reichen von der Breitenachse einer variablen Schrift und einer kleineren Schriftgröße bis zu weichen Trennstellen und Kästen mit flexibler Höhe. Die günstigste fällt in der Entwurfsphase: das Layout nicht auf eine feste Textlänge zu bauen.

Auf dieser Website wird die Breitenachse der Schrift für deutsche Überschriften verschmälert, und der Wert wurde durch Messung gewählt — türkische und deutsche Überschriften wurden im selben Breakpunkt verglichen und der höchste Wert genommen, der beide auf gleicher Zeilenzahl hält.

Am verlässlichsten testet man mit echtem Text. Ein mit Platzhaltertext gebauter Entwurf bricht, sobald die Übersetzung eintrifft — und der Bruch fällt meist erst nach der Veröffentlichung auf.

Eine praktische Abkürzung: den Quelltext maschinell in die Zielsprache übersetzen und die Länge messen. Die Qualität mag nicht genügen, die Länge fällt aber realistisch aus und reicht für einen Layouttest.

Und ein Grundsatz: Die Textlänge ist keine Inhalts-, sondern eine Entwurfsbeschränkung. Die Übersetzerin um „kürzer schreiben“ zu bitten ist manchmal richtig, opfert aber meist den Sinn — dass das Layout nachgibt, ist die bessere Lösung.

  1. Keine Kästen mit fester Höhe verwenden — bei längerem Text laufen sie über.
  2. Nicht von einer Zeile ausgehen — eine Überschrift kann in einer dritten Sprache dreizeilig werden.
  3. Keine Abkürzungen verwenden — Abkürzungen unterscheiden sich je Sprache.
  4. Mit der längsten Sprache testen — passt sie, passen die anderen sicher.
  5. Weiche Trennstellen setzen — für lange zusammengesetzte Wörter.

Eine Anmerkung zur Messung: Mit der längsten und der kürzesten Sprache zu testen genügt. Alle Sprachen dazwischen liegen zwischen diesen beiden Extremen und brauchen keine eigene Prüfung — und Verkürzung ist ebenso ein Entwurfsproblem wie Dehnung.

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